Unser Innovationsfondsprojekt „RubiN – Regional ununterbrochen betreut im Netz“ geht in die entscheidende Phase. Noch bis zum Jahresende betreuen wir in dem Projekt 640 Patienten im Alter über 70 Jahren mithilfe unserer fünf ausgebildeten Care- und Casemanager. Ihre Arbeit beginnt bei der Einschätzung des individuellen Hilfsbedarf anhand wissenschaftlicher Assessments und reicht bis zur Vermittlung geeigneter Versorgungsangebote. Welche Angebote in jedem einzelnen Fall richtig sind und wie diese in Anspruch genommen werden können, besprechen die Care- und Casemanager bei regelmäßigen Hausbesuchen. Einige Hilfsangebote organisieren wir auch selbst. So nehmen in Leipzig über 40 Patienten an Sportgruppen teil, 160 Patienten profitieren von einem besonderen RubiN-Handkrafttraining.

Im Laufe der letzten Monate haben wir gemerkt, wie wichtig RubiN für unsere Patienten ist. Die endgültige Evaluation steht noch aus, erste Indizien sprechen aber dafür, dass das Care- und Casemanagement einen wertvollen Beitrag leistet. Dieses Gefühl vermitteln uns auch unsere Patienten. Für die beteiligten Ärzte ist RubiN ebenfalls eine Hilfe, insbesondere durch die Entlastung bei oftmals betreuungsintensiven Fällen.

Dafür bleiben unseren Care- und Casemanagern jetzt nur noch sechs Monate. Zwar wird die wissenschaftliche Auswertung von RubiN noch mehr Zeit in Anspruch nehmen, die Finanzierung für die Betreuung der Patienten endet planmäßig aber zum Jahreswechsel. Wie geht es danach weiter für Praxen und Patienten?

Damit Patienten und Praxen weiter von unserem Care- und Casemanagement profitieren können, setzen wir uns im Projekt RubiN für einen gesetzlichen Leistungsanspruch auf das Care- und Casemanagement ein. Dafür suchen wir das Gespräch mit der Politik. Grundlage sind dabei ein Positionspapier und ein konkret ausformulierter Gesetzesvorschlag. Vorgesehen ist unserem Entwurf eine ärztliche Verordnung des Care- und Casemanagements.

Gemeinsam mit dem GeriNet Leipzig e.V. und weiteren Projektpartnern aus RubiN wollen wir außerdem das Folgeprojekt DiAmAnT ins Leben rufen. Hier soll das Care- und Casemanagement aus RubiN fortgesetzt und um digitale Interventionen ergänzt werden. Außerdem möchten wir eine Finanzierung für mehr Sportpatienten sicherstellen. Ein Antrag für eine erneute Förderung aus dem Innovationsfonds wird derzeit vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) geprüft.

Im Endspurt von RubiN ist die Zukunft des Care- und Casemanagements also noch ungewiss. Wir sind aber fest davon überzeugt, dass das Care- und Casemanagement sinnvoll ist und über kurz oder lang zu einem wichtigen Bestandteil der Versorgungslandschaft wird. Diesen Wandel wollen wir als LGN mitgestalten. Deshalb werden wir uns weiterhin mit voller Kraft für unsere Patienten und unsere Praxen einsetzen.